Lungentransplantation - Nachbehandlung in der MHH


Nun möchte ich Euch einen kleinen Einblick in die Nachbetreuung in der Medizinischen Hochschule Hannover geben.

Wie oft muss ich der Transplantation in die MHH nach Hannover?

Das hängt von dem Gesundheitszustand ab, wann und wie oft man dort hin muss. Nach der Entlassung aus der MHH musste ich zuerst wöchentlich einmal zur Kontrolluntersuchung. Wenn der Alltag und die Routine eingetreten sind, muss man ca. alle 6 Monate in die LTX - Ambulanz. In den Wochen dazwischen, muss man alle 4 Wochen zur Blutentnahme zum Hausarzt oder zuständigen Pulmologen.
Dort wird ein Blutbild gemacht, der Urin untersucht, und die folgenden Werte untersucht:

CMV (Cytomegalie Virus - kann gefährlich für Transplantierte sein)
Prografspiegel (eines der meistens 2 Abstoßungsmedikamente)

2 Röhrchen werden per Post in die MHH geschickt, um eine CMV - Bestimmung und um den Prografspiegel zu kontrollieren.
Sollte da eine Auffälligkeit sein, werde ich per Anruf informiert um eventuell eine neue Dosierung einzunehmen.

Wie läuft so ein Tag in der LTX- Ambulanz ab?

Meistens reise ich einen Tag vorher an, um dann am nächsten Morgen mich auf in die MHH zu machen. Da meine Anreise doch recht lange dauert und 450 km zu bewältigen sind, habe ich noch Zeit mich auszuruhen. Meine Übernachtung findet in einem benachbarten Hotel der MHH statt. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.
Ab 24.00 Uhr darf ich dann kein Essen mehr zu mir nehmen und auch nichts mehr trinken.
7.00 Uhr morgens mach ich mich auf den Weg in die Transplantationsambulanz. Zuerst gebe ich Urin ab, werde gewogen, die Körpertemperatur und mein Blutdruck wird gemessen. Nachdem einige Röhrchen Blut abgenommen wurden, mache ich mich auf den Weg in ein benachbartes Gebäude, wo ich den Rest des Tages verbringen werden.

Meistens melde ich mich bei den zuständigen Schwestern der Abteilung „Pulmologie“, gebe dann mein Lungenfunktionsmessgerät ( AM1 ) in der „Lungenfunktionsdiagnostik“ ab und suche das Blutgaslabor auf. Ein Ohr wird mit durchblutungsförderner Salbe eingerieben. Dann setze ich mich in den Warteraum und darf nicht mehr reden und umherlaufen. Damit soll vermieden werden, dass die Blutgaswerte durch Bewegung oder reden nicht verfälscht werden können.

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Lungenfunktionsmessgerät AM1 von Jäger

Wenn die Lungenfunktion geschafft ist, gehe ich zum Röntgen um ein Bild von meiner Lunge machen zu lassen. Auf das Röntgenbild kann dann mein Arzt per Computer zugreifen und sich das Bild genau anschauen. Das Arztgespräch dauert bei mir meistens nicht länger als 30 min. und dann heißt es oft das ich in 6 Monaten wieder zur Kontrolle herkommen sollte.
Wenn eine Bronchoskopie nötig ist, richte ich mich auf einen ca. 2-3 Stunden längeren Aufenthalt in der MHH ein.


Was ist eine Bronchoskopie und wie läuft sie ab?

Mehr als 30 Bronchoskopien habe ich erlebt und kann zu gut ein „Lied“ davon singen. Das hängt aber mit meinen Komplikationen zusammen, die ich leider nach meiner LTX hatte. Ich hatte u.a. viele Fibrinbeläge in meiner neuen Lunge. Fibrin sind innere „Wucherungen“ da wo u.a. die Lunge angenäht wurde ( Anastomose ).
Dieses Fibrin erschwerte mir das Atmen und es fanden u.a. Dehnungen auch im rechten Lungenlappen statt, bis hin zu einer Lasertherapie um das Fibrin zu entfernen. Es vergangen 6 Monate eh die Lunge frei von diesem Fibrin war. Es ist ein recht häufiges Problem nach Lungentransplantationen.
Unter einer Bronchoskopie versteht man, dass es möglich ist, in die Lunge mit einem dünnen beweglichen Schlauch hineinschauen zu können. In diesem beweglichen Schlauch befindet sich eine Kamera und Licht. Es ist außerdem möglich, durch diesen Schlauch kleine Operationen, wie z.b. Gewebeproben mit einer kleinen beweglichen Zange zu entnehmen.

Ablauf einer Bronchoskopie


Eine Broncho, wie ich diese Untersuchung immer nenne, wird immer im liegen ausgeführt. Ein spezielles Betäubungspray wird in Nasen- und Rachenbereich gesprüht, was eigentlich der unangenehmste Teil dieser Untersuchung ist.
Zur Sicherheit bekomm ich immer Sauerstoff über eine Nasenbrille verabreicht. Auch wird Puls und der Sauerstoffwert im Blut wird per Überwachungsgerät überprüft.
Nachdem das Betäubungsspray gut eingewirkt hat kann es fast los gehen. Zuvor wird das Bronchoskop schön schmierig gemacht, damit es gut in der Nase gleiten kann.
Dann ist es auch schon soweit und es kann los gehen.
Der Arzt schiebt vorsichtig das Bronchoskop in die Nase und schiebt es bis zu den Stimmbändern voran. Dabei schaut er auf den Monitor, denn dort sieht er alles ganz genau, was er in diesem  Moment gerade macht. 
1 - 2 Schwestern unterstützen jeweils den Arzt bei der gesamten Untersuchung dabei.

Dann heißt es es oft: „Herr Schmidt, mal bitte piep sagen“. Dabei sprüht er durch das Bronchoskop erneut ein Betäubungsmittel in den Rachenraum. Nach kurzem Einwirken, heißt es langsam und ruhig atmen, natürlich durch die Nase, was auch trotz des Schlauches kein Problem darstellt.
Dann kurz konzentrieren und tief Luft holen und schon ist das Bronchoskop in der Lunge. Dann schaut der Arzt ob beide Lungenflügel gut begehbar sind und schaut sich die Schleimhaut genau an. Oft wird dann noch eine Spülung mit Kochsalz gemacht. 100 ml werden dann durch das Bronchoskop in die Lunge gespritzt und sofort wieder abgesaugt. Diese Spülflüssigkeit wird auch verschiedene Baktieren, Viren, Schimmelpilze und Zellen untersucht. Gegebenenfalls wird auch eine Biopsie gemacht und ein kleines Stück Schleimhaut mit der Zange entfernt und auch untersucht. Neben der Spülflüssigkeit der Lunge, hat sich grad die Biopsie in der Vorsorge und Ermittlung in der Abstoßungserkennung etabliert.
Nach 20 Minuten, wenn alles gut geht, ist meistens die Bronchoskopie zu Ende. Der Schlauch wird wieder vorsichtig entfernt.


Wie oft wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Gern wird eine Broncho gemacht, wenn man erkältet ist und Sekret in der Lunge ist. Bei Abfall der Lungenfunktion sowieso, da ist die Broncho 1. Wahl in diesem Fall.
Im 1 Jahr nach der Transplantation musste ich öfter eine Bronchoskopie durchführen lassen, da ich Komplikationen an der Anastomose ( Verbindungstück zu den beiden neuen Lungenflügeln ) hatte.

Welche Medikamente müssen nach einer Lungentransplantation weiter eingenommen werden?


Zur Zeit nehme ich 16 verschiedene Medikamente ein, incl. den alten CF Medikamenten. Nun möchte ich die Medikamente nennen, die nach der Transplantation neu hinzugekommen sind:


  Prograf ( Tacrolimus ) und Cellsept ( Immunsuppression )
 

  Prednisolon , Cortison ( Immunsuppression )

 

  Acic ( Vorsorge gegen verschiedene Virenerkrankungen )

 
  Magnesium 500mg ( Abstoßungsmedikamente erzeugen oft Magnesiummangel )
 
  Calcium ( Cortison baut Calcium ab - Osteoporosevorbeugung )
 
  Sempera ( Vorsorgemittel gegen Pilze )
 
  Vit. D3 ( Vitamin D3 Mangel durch Cortison )
 
  Magenmittel Agopton15 ( Schutz der Magenschleimhaut vor allen Medikamenten )
 
  Dienstag und Freitag,  1 Tabl. Cotrim -forte ( Antibiotika - Infektionsvorbeugung )
 

  3 x1/ Woche Zithromax 500 mg ( Vorbeugung / Behandl. chronischer Abstoß. )  


  2 Blutdrucksenker ( durch Prograf / Cellcept - zu hoher Blutdruckanstieg )


Wichtig!

Medikamentenänderung immer nur mit Absprache der TX-Ärzte, weil es sonst zu Wechselwirkungen mit neuen Medikamenten kommen kann, die lebensbedrohlich werden können!









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